Star Wars – Aus einer fernen Welt…

Oberhalb des tunesischen Tozeur, in einem sandigen Salz-Chott gelegen, trifft man auf den wenigen Verbindungsstraßen und breiten Sandpisten auf viele Buschtaxen, die im Konvoi, oder auch einzeln, Touristen durch die Wüste chauffieren. Ihr primäres Ziel kommt auch uns schnell in Sicht: Es sind die Drehorte vieler Hollywood-Blockbuster. Allen voran denen von Star Wars.

Auf dem Weg zu den Kulissen ist das Fahren auf asphaltierten Straßen möglich.

Mitten im Nichts ist hier eine Kulisse entstanden, die viele aus den ersten Star Wars-Filmen bereits kennen: das Wüstendorf „Mos Esba“, das eine kuriose Mischung aus uralten Tonbauten und utopischen modernen Geräten bietet. Durch den fehlenden Regen stehen die Kulissen sehr unbeschadet nach über 30 Jahren noch heute dort. Auf Holzständern wurde sehr minimalistisch mit Lehm und Pappmaschee die Hausform modelliert. Oft nur die Fassaden, machmal sogar ohne geschlossene Dächer. Für sich genommen ein schönes Ziel beim unserem Trip durch Tunesien, wären da nicht die vielen Versuche heimischer Händler den Touristen ihr Geld aus der Tasche zu ziehen.

Zwischen den Kulissen sitzen Händler und verkaufen verschiedenste Souvenirs, von angemalten Sandrosen, über eingelegte Skorpione, bis zu billigstem StarWars-Merchandise aus asiatischen Fabriken. Dazwischen versuchen dubiose Zeitgenossen gefangene Wüstenfüchse anzupreisen. Gegen eine „Spende“ würden sie sie dann freigelassen oder, wer nicht so viel Geld ausgeben möchte, auch nur für ein Foto posieren lassen.

Ein Dorf aus einer anderen Welt. Mos Espa aus dem Star Wars-Universum, darin: fliegende Händler…

Gut erhalten. Die Lehmbauten wirken bekannt und doch fremdlich…

Die Kulisse von innen… wenig wohnlich!

Souvenirs, die eigentlich niemand braucht…

Dieses würdelose Treiben ist grausam anzusehen und verleitet uns zu der klaren Empfehlung: Kommt hier nicht her. So gern ich die Kulissen gesehen habe, in Erinnerung bleiben leider nur die sinnlos gequälten Tiere.

Da wir bereits recht nah an der algerischen Grenze waren, die Kulissen selbst unter Militärschutz stehen, wurde unser Versuch in der Nachbarschaft dieses Treibens zu campieren, durch die tunesische Polizei vereitelt. Wenig aufdringlich, aber dennoch klar, teilte man uns mit, dass ein Campen hier nicht möglich sei. Den malerischen Sonnenuntergang und das begonnene Abendessen durften wir noch genießen, danach bekamen wir dann eine nächtliche Polizeieskorte ins nahegelegene Nefta, wo wir stattdessen notgedrungen im Hof eines Hotels übernachteten.

Malerischer Sonnenuntergang… bevor wir dann doch das Gebiet verlassen mussten.

Übrigens: Wer wusste, dass ein Großteil der Namen aus Star Wars aus Tunesien selbst stammt? So gibt es im Süden die Provinz Tatooine…

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