Sand pur!

8 Tage Wüste. 350km reinster Saharasand. Von Douz zum verlorenen See (Lac Houidhat Erreched) tief ins nördliche Sperrgebiet der tunesischen Sahara und zurück! Und das im Herbst bei herrlichen Sommertemperaturen. Dass sich das gelohnt hat steht außer Frage. Einen Bericht gibt’s natürlich trotzdem!

Ausgangspunkt: Douz, Club Camping Desert. Die 550km Anreise von Tunis haben wir aufgrund der späten Ankunftszeit der Fähre mit einer zusätzlichen Übernachtung zurückgelegt.

Hier beginnt nun die tunesische Sahara und außerdem das nördliche Sperrgebiet. Aktuell ist die Einfahrt nur mit vorheriger Genehmigung und lokalem Guide erlaubt. Abdallah, im klapprigen Hilux unterwegs, begrüßt uns schon freudig in gebrochenem Deutsch und freut sich auf die kommenden 8 Tage. Seit langem seine erste 4×4-Gruppe. Tourismus ist aktuell hier ein schwieriges Geschäft.

Unsere Route durch die tunesische Wüste zum Verloren See und zurück. 350km und 7 Etappen.

Eine Nacht noch in der Zivilisation, dann geht’s los in den Sand. Zuvor natürlich noch Sprit bunkern. Mit knapp 40cent/Liter auch das ein freudiges Ereignis!

Die erste Tagesetappe sollte uns 70km über Weichsandpisten und erste Dünenfelder nach Ksar Ghilane führen. Wir schafften die Strecke nicht ganz in einem Tag und kampieren in den Dünen. Das Ksar selbst, über eine befestigte Straße zu erreichen, dient für Djerba-Touristen als Wüstenerlebnis mit Quads und Co. Die Oase, versorgt durch eine schwefelhaltige unterirdische Quelle, ist entsprechend nicht mehr wirklich einsam und umschlossen mit einigen Cafés. Nach einem Tee sind wir froh es wieder verlassen zu können.

Das Ksar Ghilane ist eher nichts für den Individualtourist. Ausflugsziel für Toyo-Touren von Djerba aus.

Bis zu unserem verlorenen See brauchten wir dann zwei weitere Wüstentage. Die Dünen wurden größer und unterschiedlich schwer fahrbar. Obwohl wir die einfachste Route zur Oase wählten, waren wir an einigen Stellen technisch gut gefordert. Viele Weichsandstellen waren als solche nicht immer erkennbar. Hohe Dünen fordern einige der schweren Autos besonders. Oft sind mehrere Anläufe notwendig oder auch mal die rettende Winde.

Unsere Guides – Abends gab es Couscous, morgens Fladenbrot im Sand gebacken!

Gigantische Wüstencamps in der weiten Einsamkeit. Was will man mehr?

Nach drei Tagen erreichen wir die Oase: Der verlorene See liegt direkt vor uns und ist keine Fata Morgana

Der See selbst erstreckt sich als Ablauf aus einer heißen Quelle, die durch Zufall bei Ölbohrversuchen gefunden wurde. Zwar kommen hier auch hin und wieder ein paar Touristen vorbei, aber dann doch eher selten und in der Regel auf eigenen vier oder zwei Rädern. Ist die eigentliche Quelle noch recht warm und schweflig, macht das Plantschen im Ablauf weiter hinten mehr Spaß. Kalt und erfrischend!

 

 

Der Verlorene See bei Nacht! Oktober ist in Nordafrika für Fotografien der Milchstraße perfekt. Hier steht mit dem Sonnenuntergang die Milchstraße direkt hinter der Sonne.

Nach weiteren drei Tagesetappen, einem größeren Reparatureinsatz im Sand und gigantischen Panoramen näherten wir uns wieder der geteerten C 210 und damit auch der Zivilisation echten Duschen.

Die tunesischen Dünen zu fahren ist ein Erlebnis. Zwar ist es die selbe Wüste wie in Marokko, doch unterscheidet sie sich durch Aussehen und Einsamkeit. Ist man einmal einige Kilometer im Sand, wird das Rausfahren genauso beschwerlich. Weichsandpisten hinter jeder zweiten Düne, wie man sie in Marokko findet, sucht man hier vergeblich. In den Dünenfeldern tauchen immer wieder härtere Flächen mit mehr Bewuchs auf. Holz für das abendliche Feuer findet man so auch deutlich besser. Kleinere Tafelberge unterbrechen besonders im nordwestlichen Bereich verstärkt die unendliche Weite der Sanddünen. Der fahrerische Anspruch lässt sich durch enorm hohe Dünenfelder beliebig steigern. Uns wird diese Wüste auf jeden Fall wiedersehen. Nicht zuletzt um weitere schwierigere Passagen runter zum See auszuprobieren.

Braucht es da noch Worte?

Weitere Bilder? Sehr gern!

Tunesien bietet noch einiges mehr, außer Dünen. Dazu demnächst weitere Berichte!

2 Kommentare zu “Sand pur!

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